Manchmal fragt man sich, ob in der Bauplanung das Motto „Trial and Error“ zur neuen Norm geworden ist. Ein Paradebeispiel liefert der „Fall Biburg“, bei dem eine Baugrube mehrfach korrigiert wurde – nur, um am Ende wieder so auszusehen wie am Anfang. Na ja, fast. Immerhin etwas hübscher. Aber ist das wirklich ein Fortschritt?
Die unendliche Geschichte
Alles begann mit einem Bauhelfer, dem das auffiel – sogar dem Helfer! Dass Schwerkraft eben doch mehr ist als nur eine Theorie. Mit einem Böschungswinkel von fast 90 Grad (für die Unwissenden: zulässig sind bei der vorliegenden Bodenklasse maximal 45 Grad) wurde die Baugrube ausgehoben. Eine Stützkonstruktion? Fehlanzeige. Vielleicht dachte man sich: „Das wird schon halten.“
Doch wie so oft, wenn man gegen die Naturgesetze baut, hielt es eben nicht. Die ersten Erosionsspuren und Risse ließen nicht lange auf sich warten – ein schleichender Vorgeschmack auf das drohende Desaster.
Fehler sind menschlich – dieselben Fehler dreimal machen ist eine Kunst
Die Chronologie des Versagens liest sich wie das Drehbuch einer absurden Komödie:
- Baugrube ausgehoben, keine Sicherung. 90°
- Erste Mängelanzeige im August 2021 – Teil korigiert, danach ignoriert.
- Zweite Mängelanzeige im Juni 2022 – auch ignoriert.
- Dritte Mängelanzeige im April 2023 mit Fotos und detaillierten Hinweisen – man rät es schon: ignoriert.
Erst neulich wurde die Baugrube endlich gesichert. Aber nicht, ohne vorher noch ein paar Extra-Mängel zu sammeln. Straße? Check. Neue Risse? Check. Absturzgefahr? gebannt,Check!
Die Liste der Fehler ist lang: Böschungswinkel falsch, keine Verbaukonstruktion, kein Geologe oder Statiker. Fehlt nur noch ein Schild mit der Aufschrift „Hier wächst bald eine Katastrophe.“
Luxus Golflandschaft?
Nachdem jemand endlich seines Amtes waltete, geschah das Unvorstellbare: Die Grube wurde tatsächlich gesichert. Wie? Wie fast vor dem ersten Spatenstich, aufgefüllt – alles. Doch die Frage bleibt: War das noch Nachlässigkeit oder schon Vorsatz, mag vielleicht sein. Aber wer bezahlt das alles? Oder fragen wir mal so, wer bleibt im Endeffekt an dem Schaden hängen?
Und jetzt, da die Grube endlich gesichert ist, fehlt nur noch eines: der passende Ansaat-Mix für die Hänge. Mit etwas Gras ließe sich die Fläche in eine schicke Golflandschaft verwandeln – ganz wie in Dubai, nur angepasst an die Biburger Wetterverhältnisse. Wäre das nicht ein würdiger Abschluss für diese groteske Baugeschichte?

